Artikel MV vom 23.02.2011:
Nach der Moor-Rettung hat die Besatzung von „Christoph Europa 2“ den Rentner am Rande des Naturschutzgebietes „Gildehauser Venn“ abgesetzt und in die Obhut der Polizei übergeben. (Foto: ADAC)
Rheine / Gildehaus. Der ADAC-Rettungshubschrauber aus Rheine hat am Montag einen 80-jährigen Mann aus einer misslichen Lage befreit: Beim Spaziergang im Gildehauser Venn war der Mann aus Ochtrup in ein Moorloch geraten und knietief eingesackt. Aus eigener Kraft konnte sich der Rentner nicht befreien. Die Rettung war sein Handy. Sein Notruf erreichte die Polizei in Bad Bentheim, die schließlich über die Leitstelle den ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph Europa 2“ alarmierte, um in dem weitläufigen Naturschutzgebiet nach dem geschwächten Mann zu suchen. Der 80-jährige Ochtruper war bei seiner Venn-Wanderung von den gekennzeichneten Wegen abgekommen, sagte die Polizei in Bad Bentheim. Knietief sei er in ein Moorloch eingesackt. Selbst habe er sich nicht befreien können. Per Handy-Notruf alarmierte er die Leitstelle Lingen. Die Beamten informierten in der Polizeistation Bad Bentheim einen ortskundigen Beamten, der mit dem weitläufigen Naturschutzgebiet nördlich des Dreiländersees bei Gronau im deutsch-niederländischen Grenzbereich vertraut ist. Auf dem Weg ins Venn telefonierte der Beamte mit dem 80-Jährigen. Relativ ruhig habe der Rentner seine Lage geschildert, sagte der Beamte. Statt um Hilfe zu schreien, habe er in der einsamen Gegend gleich nach dem Handy gegriffen, um die Polizei zu informieren. Allerdings habe er im Gespräch mit dem Beamten auch zur Eile gemahnt. „Kommen Sie, sonst verrecke ich“, habe der 80-Jährige gesagt. Bei den Versuchen, sich aus dem Moorloch zu befreien, sei er wohl „vor Schwäche“ mehrmals der Länge nach hingefallen, teilte die Polizei in Bad Bentheim mit. Da der Standort des 80-Jährigen schwer zu lokalisieren gewesen sei und die heraneilenden Polizisten um das Leben des Rentners fürchten mussten, forderten sie den Rettungshubschrauber aus Rheine an. Um 11.37 Uhr startete „Christoph Europa 24“ in Rheine. Im Einsatzraum war der 80-Jährige schnell gefunden, weil er per Handy und Verbindung via Leitstelle geholfen hat, den gelben EC135-Hubschrauber einzuweisen. „Der Mann kannte sich gut mit den Himmelsrichtungen aus. Das war sehr hilfreich“, sagte ADAC-Pilot Jens Murke. In der Nähe des 80-Jährigen verharrte der Rettungshubschrauber im Schwebeflug dicht über dem Boden. Der Notarzt stieg aus und befreite den Rentner aus seiner misslichen Lage. Anschließend brachte der Hubschrauber den Mann zu einem Absetzpunkt im Eingangsbereich des Naturschutzgebietes, wo sich die Polizei weiter um den Rentner kümmerte.
Aktualisiert (Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 09:45 Uhr)
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