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Home Aktuelles News Hubschrauber ans (Altersheim)Bett

Hubschrauber ans (Altersheim)Bett

PostDateIconSamstag, den 12. März 2011 um 09:47 Uhr | PostAuthorIconGeschrieben von: Christoph hartger | PDF | Drucken | E-Mail

http://www.zeit.de/2011/10/WOS-Luftrettung

euro 2 vor Stadthalle Rheine

"Hubschrauber ans Bett, Notarztmangel auf dem Land", so titelte die "Zeit" in ihrer 10. Ausgabe 2011. Beim Durchblättern dieser Zeitung fiel mir gleich das Bild der orangenen EC 135 und die Überschrift auf. Natürlich musste dieser Artikel gleich gelesen werden.

Es ist ja nicht gerade selten, das Zeitungen und andere Medien über Luftrettung berichten. Rettungsmedizin und Blaulichtmilieu, das sind immer spannende Themen, Medizin am Limit, so meint man. Luftrettung, das ist immer noch die Speerspitze dieser Fachrichtung, wie gesagt, sollte man meinen. Dieser Zeitungsartikel ist meines Erachtens recht dicht an der Realität. Wenn der Hubschrauber zu einem Notfall kommen muss, ja dann muss es auch wohl besonders schlimm bestellt sein um den oder die betroffenen Mitmenschen. Und so war es ja auch mal gedacht, die Vorteile einer luftgestützten Rettungsmedizin zu nutzen, z.Bsp. bei einem Unfall auf dem Land, den Schwerverletzten über lange Wege schnell einer definitiven Versorgung in einer Klinik der Maximalversorgung zuzuführen. Immer mehr wird der Rettungshubschrauber zum Notarztzubringer. Im Rendevoussystem treffen Rettungswagen und der Notarzt aus dem Hubschrauber am Ort des Geschehens aufeinander. Und dieser Ort ist auch oft ein Altersheim oder gar ein Hospiz, wie ich schon erleben musste. Der Herzinfarkt, der Schlaganfall oder einfach nur eine kleine Kreislauffehlregulation auf dem platten Land, der Notarzt des bodengebunden Regelrettungsdienstes ist nicht greifbar - dann kommt eben der Hubschrauber.

Die junge Frau kollabiert an der Supermarktkasse. Sie hatte morgens nicht gefrühstückt, nichts getrunken. Ja, das mit dem Blutdruck das kenne sie. Der Filialleiter des Feinkostdiscounters mit dem A ruft dann mal die 112. " Kommen sie schnell, hier ist jemand umgekippt.  Nein, sie sagt auch nix"... Der Leitstellendisponent drückt aufs Knöpfchen, der Notarzt muss kommen.  Der Notarzt aus dem nächstgelegenen Standort, z.Bsp am benachbarten Krankenhaus, ist aber gerade mit einer Verlegung in die nächste Uniklinik beschäftigt und somit für über 1,5 Stunden beschäftigt. So kommt dann halt der Hubschrauber, und da der nicht einfach so rechts ran fahren kann, sucht der sich ersteinmal einen sicheren Landeplatz in der Nähe. Einsätze in besiedeltem Gebiet haben ihren besonderen Reiz. Man spart sich den Sport und joggt dann mit seinem medizinischen Equipment schon mal den ein oder anderen Meter, oder wird von einem lieben Mitmenschen, der Polizei oder meist der örtlichen Feuerwehr zum Aldi gebracht. ( per Anhalter fahren ist auch schon vorgekommen)

Unterdessen ist die junge Dame wieder ansprechbar und wird nach kurzer Untersuchung den Rettungsassistenten übergeben -  das wars... Meistens ist es allerdings so, das dann der Notarzt den Patienten in die Klinik begleitet. Oft wundern sich die Kollegen noch in den aufnehmenden Ambulanzen. Wie? Patientin mit Hubschrauber? So verschiebt sich das Einsatzspektrum, wie schon in o.g. Artikel beschrieben, hin zum RTH als schneller Notarztzubringer, der die umliegen grossflächigen Landkreise der niedersächsischen und westfälischen Tiefebene versorgt. Spätestens jetzt sollte dem geneigtem Mitbürger klar werden: Luftrettung heisst nicht immer Massenunfall auf der Autobahn.

Wir machen das gerne, wir verdienen unsere Brötchen damit. Nicht nur die Flugminute ist recht teuer, sie belastet auch unsere Co2-Konto erheblich. Und so sollte jeder sorgfältig mit dem Notruf umgehen. 112 - hier werden sie geholfen.

Aktualisiert (Dienstag, den 15. März 2011 um 13:03 Uhr)

 

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